Lade Veranstaltungen

« Alle Veranstaltungen

Ausstellungseröffnung Ulrich Langenbach

19. Januar um 11:00 - 13:00

1. “Ausgangspunkt seiner Zeichnungen und Collagen sind die Spuren, die das Material trägt – weniger als formale Elemente, die er gezielt fortführen würde, sondern als flüchtige Bekanntschaften mit undurchsichtigen Biografien, zu denen er sich an den Tisch setzt, um mit ihnen über Gott und die Welt zu quatschen – und manchmal über Kunst. „Was könnte man zeichnen, wenn einem nichts einfällt? Z.B. einen Hund oder einen Jäger. Vielleicht einen Priester oder eine Rakete“, steht in krakeligen Lettern auf bleichem Millimeterpapier zwischen Dutzenden von Bildern, die sich in chaotischen Clustern an den Wänden verteilen und so tun, als seien sie nicht gemacht, sondern einfach passiert. In einem Farbklecks auf Karton scheint so die „Idee einer Tasche“ auf, der verschmierte Fehlabzug eines unterbelichteten Landschaftsmotivs wird zum Ideal verklärt („So hätte die Nacht Sinn“) und auf den schwarz übermalten Schnappschüssen, die Langenbach hinter schmutzigem Glas präsentiert, sind nur noch die Bildunterschriften zu erkennen: „Eva im Brautkleid“, „Maria, nackt“.

2. Der assoziative Witz dieser Arbeiten und ihre hinreißende Do-It-Yourself-Ästhetik, die scheinbar keiner Regel folgt, aber gerade darin seltsam präzise das erzählerische Potenzial des Verzettelns einfängt, umkreisen auf subtile Weise die Paradoxie der absoluten Hingabe an den Moment bei maximaler (selbst-)ironischer Distanz. Die Punks haben diesen Widerspruch in Zweiminutensongs gepackt. Ulrich Langenbach verwandelt ihn in große Poesie.”

Ulrich Langenbach